Planänderung

Hallo meine Lieben,

leider sind die letzten 1 1/2 Monate nicht ganz so verlaufen, wie ich es mir gewünscht hätte, weshalb auch schon länger kein Beitrag mehr online gekommen ist. Die Jobsuche hat sich nämlich um einiges schwieriger gestaltet, als erwartet. Ich habe in den letzten 6 Wochen mehr als 40 Bewerbungen geschrieben und verteilt, für diverse Jobanzeigen wie Kellnern, Küchenhilfe, Verkäuferin, Lagerarbeit, Aushilfe in Supermärkten, etc. Leider musste ich dabei feststellen, dass es hier, besonders in der Sommersaison, aber keine Unternehmen gibt, die einen für weniger als 4 Monate anstellen. Da ich aber nach Weihnachten auf die Südinsel fliege, hätte ich hier in Auckland maximal für 3 Monate arbeiten können, was anscheinend für alle Jobs innerhalb der Stadt ein Ausschlusskriterium war. Die einzige Möglichkeit für einen kürzeren Zeitraum zu arbeiten besteht daher darin, auf eine Plantage zu gehen. Und auch wenn ich das vorher auf keinen Fall machen wollte, hatte ich das Gefühl, keine andere Wahl zu haben und habe während der letzten Woche auf einer Erdbeerplantage gearbeitet. Leider wurden meine Erwartungen im negativen Sinne erfüllt und ich habe die Farm nach einer Woche verlassen. Wir mussten 5-7 Stunden am Tag, meistens ohne Pause (und wenn max. 10 Min), durcharbeiten und die Arbeit ist unfassbar hart. Da die Erdbeeren logischerweise auf dem Boden wachsen kann man sich aussuchen ob man die ganze Zeit gebückt steht und sich furchtbar den Rücken kaputt macht oder ob man sich jedes mal hinhockt, wonach man sich fühlt, als hätte man 6 Stunden am Stück Squats gemacht. Einem tut einfach jeder einzelne Muskel im Körper weh und jeden Tag nach der Arbeit kann man weder sitzen, stehen, noch gehen, was dazu führt, dass alle mittags ins Bett gegangen sind (wir haben um 6 mit der Arbeit angefangen und waren dann gegen 12 oder 13 Uhr fertig) und dann auch den restlichen Tag dort geblieben sind, weshalb man sich auch nicht mit irgendwelchen Freizeitaktivitäten ein bisschen ablenken konnte. Vielleicht hätte man sich aber noch an die Plantagenarbeit gewöhnen können, wenn die Lebensumstände auf der Farm nicht so schlecht gewesen wären. Man hat in winzig kleinen Kabinen geschlafen, in welchen man kaum stehen konnte und die Null isoliert waren. Deshalb wurde es nachts super kalt (ca. 7-8°) und ich konnte trotz 4 Wolldecken, 2 Wärmflaschen und Top+Tshirt+dicker Pulli kaum schlafen. Zudem ist es, wenn es draußen geregnet hat, auch in den Kabinen nass geworden und ich habe mir direkt am 2. Tag eine dicke Erkältung geholt da ich in meinen klitschnassen Klamotten aufs Feld musste. Außerdem gab es nur eine begrenzte Menge an Wasser jeden Tag, weshalb man nur 1 mal die Woche duschen konnte, was super ekelig ist, besonders wenn man 6 Stunden in der prallen Sonne gearbeitet und ordentlich geschwitzt hat.

Trotzdem war es eine tolle Erfahrung, die man wahrscheinlich kein zweites Mal im Leben macht. Jetzt werde ich aber erstmal die restliche Zeit bis Weihnachten hier bei Freunden in Auckland genießen und freue mich schon auf meine Reise auf die Südinsel, wo ich auf einer kleinen Farm mit Pferden arbeiten werde.

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